Klaus Prior – Biographie
Kindheit und Ausbildung (1945–1963)
Klaus Prior wurde am 28. Juli 1945 in Wesel geboren – in einer Stadt, die zu diesem Zeitpunkt zu 97 Prozent zerstört war. Von 1952 bis 1963 besuchte er die Volksschule und absolvierte anschließend eine technische Ausbildung im Turbinenbau.
Erste Jahre in der Schweiz (1964–1970)
1964 hielt sich Prior erstmals länger in der Schweiz auf und unternahm Reisen nach Venedig, Florenz und Rom. 1966 siedelte er endgültig in die Schweiz über und unternahm dort seine ersten Versuche als Maler. Er richtete sich ein Atelier in Ebnat Kappel ein und besuchte Abendkurse an der Kunstgewerbeschule St. Gallen. 1970 zog er weiter in den Kanton Tessin.
Reisen und künstlerische Entwicklung (1971–1979)
Zwischen 1971 und 1974 bereiste Prior Belgien, Holland, Dänemark und Norwegen, wobei zahlreiche Naturstudien entstanden. 1975 eröffnete er ein Atelier in Lugano und stellte im Tessin und in Italien aus. In dieser Zeit vertiefte er sich intensiv in die Studien alter Meister in der Sammlung Thyssen-Bornemisza in der Villa Favorita, Lugano. 1979 folgte ein Aufenthalt mit Atelier und Ausstellungen in St. Louis, USA.
Schaffenskrise und Neuorientierung (1980–1989)
Die Jahre 1980 bis 1984 waren geprägt von einer tiefen Schaffenskrise, in der Prior viele seiner Arbeiten infrage stellte und zerstörte. 1985 folgte ein Aufenthalt in New York mit intensiven Museumsstudien. 1986 bis 1988 stellte er in Mailand und Brescia aus. 1989 erwarb er die Schweizer Staatsbürgerschaft und richtete sich ein Atelier in S. Cruz de Tenerife ein.
Neue Länder, neue Ausdrucksformen (1990–1994)
Zwischen 1990 und 1992 reiste Prior nach Paris, Madrid, Toledo und London und widmete sich dort Museumsstudien. In dieser Zeit fand eine umfassende Einzelausstellung im Kunstverein S. Cruz statt, und er unternahm erste Versuche als Bildhauer. 1993 folgte ein längerer Aufenthalt in Brasilien, in dem zahlreiche Gouachen entstanden und er mit der Holzbildhauerei begann. 1994 bereiste er Holland, Belgien und Frankreich, besuchte Museen und entdeckte dabei den flämischen Expressionismus neu für sich.
Reife Schaffensphase im Piemont (1995–2008)
Von 1995 bis 2008 unterhielt Prior Ateliers im Piemont und bis 2014 in Kißlegg. In dieser Zeit entstanden teils großformatige Holzskulpturen und Bilder sowie Eisengüsse nach Holzmodellen. 2007 besuchte er das Konzentrationslager Buchenwald und arbeitete gemeinsam mit dem Bildhauer Armin Göhringer an Holzskulpturen.
Malerei in Schwarz-Weiß und öffentliches Wirken (2008–2017)
Zwischen 2008 und 2017 widmete sich Prior der Malerei in Schwarz-Weiß und schuf viele Arbeiten für den öffentlichen Raum. In diesem Zeitraum war er an zahlreichen Ausstellungen in verschiedenen europäischen Ländern beteiligt.
Klaus Prior lebt und arbeitet heute in Lugano (CH).